CHIP-Festnetztest 2026: Telekom vorn, Vodafone beim Tempo stark - Selbst der viertplatzierte o2 schneidet mit einer Note von 1,70 noch gut ab, die Einzelergebnisse sind jedoch höchst unterschiedlich
21.05.2026
Im aktuellen CHIP-Festnetztest 2026 liegt die Telekom im bundesweiten Vergleich vorn. Vodafone punktet vor allem bei hohen Download-Geschwindigkeiten und beim Verhältnis aus Tempo und Preis. Aber auch die dritt- und viertplatzierten 1&1 und o2 haben ihre Stärken.
Was bedeutet das für dich? Der Test von CHIP bietet einen ersten Anhaltspunkt, trotzdem solltest du bei der Wahl deines neuen Festnetzanbieters so vorgehen: erst eigenen Bedarf klären, dann Adresse prüfen, anschließend Tarife über 24 Monate vergleichen. Ein Testsieg der Telekom ist ein starkes Qualitätsargument, aber nicht automatisch das günstigste oder beste Angebot für jeden Haushalt. Vodafone kann beim Download sehr attraktiv sein, Glasfaseranbieter können regional überlegen sein, und DSL bleibt dort sinnvoll, wo Preis, Stabilität und Bedarf zusammenpassen.
Zur Methodik: CHIP hat zusammen mit NET CHECK Daten aus mehr als 1.200 stationären Messboxen bei Kunden und rund 105.000 Speedtests auf chip.de ausgewertet. Der Test betrachtet unter anderem Vertragserfüllung, Verfügbarkeit, Anwendungen, Download- und Upload-Leistung sowie Preis-Leistung. Damit geht es nicht nur um möglichst hohe Maximalwerte, sondern auch darum, wie zuverlässig ein Anschluss im Alltag nutzbar ist. Nicht berücksichtigt wurden Angebote von Untermarken wie etwa Congstar, die mitunter ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen.
So haben die Anbieter im Festnetztest abgeschnitten
Deutsche Telekom im CHIP-Test
Die Telekom liegt in der CHIP-Tabelle mit der Gesamtnote 1,53 auf Platz 1. Besonders stark schneidet sie bei Verfügbarkeit, Uploads und der Stabilität der Anschlüsse ab. Schwächer ist sie dagegen beim Preis-Leistungs-Verhältnis und beim reinen Tempo.
beste Gesamtnote im nationalen Vergleich mit 1,53
beste Verfügbarkeit im Test mit Note 1,51
bester Upload-Schnitt bei den Speedtests mit 41,47 MBit/s
Schlechtestes Preis-Leistungs-Verhältnis mit Note 1,74
deutlich weniger Mbit/s pro Euro als Vodafone, sowohl im Speedtest als auch bei den Mini-Rechnern
längste durchschnittliche Ausfalldauer im Test mit 15:08 Minuten
Vodafone liegt mit der Gesamtnote 1,58 knapp hinter der Telekom. Der Anbieter ist laut Tabelle vor allem beim Tempo und bei der Preis-Leistung stark. Schwächer fallen dagegen Ladezeiten und mehrere Upload-Werte aus.
beste Speed-Wertung im Test mit Note 1,05
beste Preis-Leistungs-Wertung mit Note 1,07
höchster Downloadschnitt: 277,03 Mbit/s im Speedtest und 336,71 Mbit/s bei den Mini-Rechnern
schwächster Wert im YouTube-Benchmark mit 80,58 Punkten
schwächster Wert beim Upload: nur 84,41 Prozent der Mini-Rechner-Messungen erreichen 80 Prozent des maximalen Uploads
1&1 erreicht mit der Gesamtnote 1,60 Platz 3 und liegt damit nur knapp hinter Vodafone. Auffällig stark ist der Anbieter bei Upload-Zuverlässigkeit und Ausfallquote. Schwächer ist 1&1 beim reinen Speed und bei einzelnen Webseiten-Tests.
niedrigste Ausfallquote im Test mit 0,068 Prozent
beste Upload-Erfüllung im Speedtest mit 90,92 Prozent des maximalen Uploads
bester Anteil bei Speedtests mit mindestens 60 Prozent des maximalen Uploads: 90,18 Prozent
nur Platz 3 in der Gesamtnote mit 1,60
schwächster Wert bei der Vertragserfüllung (Note 1,57)
o2 liegt mit der Gesamtnote 1,70 auf Platz 4 der nationalen Anbieter. Der Anbieter zeigt einzelne Stärken bei Anwendungen und erreicht beim YouTube-Benchmark den besten Wert. In mehreren Netz- und Leistungswerten liegt o2 aber am Ende des Feldes.
bester YouTube-Benchmark im Test mit 86,04 Punkten
schnellster Google-Aufruf mit 552 ms
Bestes Glasfaser-Durchschnittstempo bei 250 bis 300 MBit/s im Vergleich zum maximalen Download
schwächste Gesamtnote unter den 4 nationalen Anbietern mit 1,70
schwächste Speed-Wertung mit Note 1,85
niedrigster Downloadschnitt im Speedtest mit 85,25 Mbit/s
Der Test zeigt auch, dass Glasfaser - wenig verwunderlich - langfristig die stärkste Technik ist. FTTH-Anschlüsse, also Glasfaser bis in die Wohnung oder ins Haus, bieten hohe Download- und Upload-Werte und sind weniger von den technischen Grenzen alter Kupferleitungen betroffen. Regionale Glasfaseranbieter schneiden deshalb beim CHIP-Festnetztest in einzelnen Bundesländern auffällig gut ab.
Für Verbraucher ist Glasfaser aber nicht automatisch die beste Sofortlösung. Der Anschluss muss verfügbar sein, der Ausbau im Gebäude muss funktionieren und die monatlichen Kosten können höher liegen als bei DSL oder Kabel. Wer bereits einen stabilen DSL- oder Kabelanschluss hat, sollte deshalb nüchtern prüfen, ob ein Wechsel wirklich einen praktischen Vorteil bringt.
Wichtig ist die Einordnung der Methodik. CHIP nutzt einerseits Messboxen an echten Kundenanschlüssen und andererseits Speedtests von Nutzern. Solche Daten liefern wertvolle Hinweise auf die Netzqualität, sind aber keine vollständige Verfügbarkeitskarte. Sie zeigen vor allem, wie gut getestete Anschlüsse unter bestimmten Bedingungen arbeiten.
Auch die Bundesnetzagentur weist bei Breitbandmessungen darauf hin, dass Messergebnisse nicht automatisch Rückschlüsse auf die allgemeine Netzabdeckung erlauben. Der konkrete Anschluss an der eigenen Adresse bleibt deshalb wichtiger als ein bundesweiter Testsieg.
TARIFFUXX-Empfehlung
Wer vor allem Stabilität sucht, sollte nicht nur auf den günstigsten Monatspreis schauen. Wichtiger sind eine passende Bandbreite, transparente Kosten über 24 Monate, Routerbedingungen und die Verfügbarkeit am Wohnort. Für viele Haushalte reichen 100 Mbit/s bis 250 Mbit/s aus. Gigabit-Tarife lohnen sich vor allem bei vielen parallelen Nutzern, großen Downloads, Cloud-Backups oder sehr datenintensiver Heimarbeit.
Ein Anbieterwechsel ist besonders dann sinnvoll, wenn der aktuelle Anschluss regelmäßig deutlich unter der gebuchten Leistung bleibt, der Tarif veraltet ist oder ein moderner Glasfaser- oder Kabelanschluss zu ähnlichen Kosten verfügbar ist. Vor einem Wechsel sollte aber immer geprüft werden, ob laufende Vertragsfristen, Bereitstellungskosten oder Routermiete den rechnerischen Vorteil schmälern.
Spezialist für Smartphones, Mobilfunk- und Festnetztarife sowie alles rund um IPTV und Streaming. Als Online-Redakteur behält er für die Leser von TARIFFUXX den Durchblick im Tarifdschungel und gibt profunde und praxisnahe Einschätzungen. Mindestens 2 seiner 3 Smartphones laufen mit Android.
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